Auf! Auf! Zur Grube ruf ich Euch!

Auf! Auf! Zur Grube ruf ich Euch!

Wer ein Wochenende auf der Schwäbischen Alb plant, der sollte unbedingt etwas Zeit einplanen, um den „Tiefen Stollen“ in Aalen zu besuchen. Einst war das Bergwerk als Eisenerzgrube Wilhelm I. bekannt. Heute ist es das einzige Schaubergwerk der Region und gleichzeitig auch das größte in Deutschland. Ab Ende März ist es wieder soweit und die Grubenbahn wartet darauf, große und kleine Besucher unter Tage zu fahren.

 

Vom Mittelalter in die Neuzeit

Bereits im Mittelalter spielte die Eisengewinnung eine bedeutende Rolle in der Region. So verlieh Kaiser Karl IV. 1366 dem Grafen Ulrich von Helfenstein das Recht, an Brenz und Kocher Eisen abzubauen und zu verhütten. Im Braunenberg, wo sich das heutige Schaubergwerk befindet, wurde von 1608 bis 1939 Eisenerz abgebaut. Zwischen 1934 und 1939 wurde das hier abgebaute Eisenerz zur Verhüttung mit der Bahn sogar bis nach Oberhausen im Ruhrgebiet gebracht.

Heute stehen die interessantesten Stollen, Schächte und Gänge der Öffentlichkeit zur Besichtigung zur Verfügung. Mit der Grubenbahn geht es zunächst rund 400 Meter tief in den Braunenberg hinein. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt der Führung geht es vorbei an Jahrtausende alten Tropfsteinformationen, die für sich alleine schon sehr beeindruckend sind. Vor dem Rundgang erläutert eine Multivisionsschau die Geschichte des Bergbaus in Aalen und informiert über Abbauverfahren und Gießereitechnik.

Besucherbergwerk

Rundgang unter Tage

Der sich an die Multivisionsschau anschließende Rundgang ist etwa 800 Meter lang. Dabei geht es durch Stollen und Sandsteinhallen. Ohne dass es groß erklärt werden müsste, zeigt sich, unter welchen Anstrengungen und mit welchen handwerklichen Fähigkeiten die Bergleute hier früher Erz und Sand für die Gießerei abbauten. Direkt an den entsprechenden Orten erfahren die Besucher alles über die Gewinnung von Eisenerz, über den Transport und die dazugehörige Bergtechnik. Immer wieder sorgen Filme und Schaustücke dafür, das  gerade erworbene Wissen noch anschaulicher zu machen. So kann beispielsweise eine nachgebaute, historische Bohrmaschine bewundert werden. Außerdem zeigt das Modell des „Gläsernen Braunenbergs“ das komplette Bergwerk mit all seinen Flözen, Strecken und Schächten.

Die Führung ist ausgesprochen interessant, sehr kurzweilig und dauert ungefähr 1,5 Stunden (inklusive Ein- und Ausfahrt). Auch im Sommer sollte eine Jacke mitgenommen werden, denn in den Gängen des Bergwerks herrscht eine konstante Temperatur von 11° Celsius.

Besucherbergwerk

 

Abenteuer abseits der offiziellen Wege

Wer Lust hat, sich etwas mehr mit dem „Tiefen Stollen“ auseinanderzusetzen und dabei auch eine gehörige Portion Abenteuerlust mitbringt, der ist auf einer Sonderführung im Besucherbergwerk genau richtig. Mit Grubenlampe, Helm, Overall und Gummistiefeln ausgestattet, geht es rund drei Stunden abseits der offiziellen Wege durch den Berg. Dabei wird schon einmal über Verstürze geklettert oder durch kniehohes Wasser gewatet. Beleuchtete Gänge? Fehlanzeige. Nur der Schein der Stirnlampe zeigt den Weg durch stillgelegte und verlassene Grubenbaue, der Jahrhunderte alte Arbeitsplatz der Wasseralfinger Bergleute. Für diese Wanderung unter Tage braucht es schon ein wenig Fitness und Kondition. Daher können nur Personen ab 14 Jahren mit einer guten körperlichen Verfassung auf diese Erkundungstour gehen.

Besucherbergwerk

Wohltat für Asthmageplagte

Die reine Luft in den Stollen, die hohe Luftfeuchtigkeit, die annähernd konstante Temperatur sowie die nahezu völlige Staubfreiheit machen den „Tiefen Stollen“ auch zu einem Heilstollen für Menschen, die an Atemwegserkrankungen leiden. Besonders Asthmageplagte finden hier Linderung. Aber auch Patienten mit chronischer Bronchitis, allergischen Nebenhöhlenerkrankungen oder Heuschnupfen können sich hier therapieren lassen.

 

Wasseralfinger Bergbaupfad

Und wer nach all der Dunkelheit unter Tage nach frischer Luft und Sonne lechzt, der spaziert einfach noch über den Wasseralfinger Bergbaupfad. Der Wanderweg ist in drei Themenrunden aufgeteilt (Erzweg-, Bergbau- und Aussichtsrunde), die einzeln gelaufen werden können oder in Kombination. Wer den gesamten Bergbaupfad auf einmal laufen möchte ist rund 5,6 Kilometer unterwegs. 23 Informationstafeln informieren über 400 Jahre Bergbaugeschichte am Braunenberg. Die Spuren, die der Eisenerzbergbau hinterlassen hat, sind bis heute zu sehen – von halb verfallenen Grubengängen bis zur ersten Zahnradbahn Deutschlands. Darüber hinaus gibt es jede Menge schöner Aussichten zu genießen. Nach der Erkundung des Bergwerks haben Sie sich Erholung verdient. Und so sollten Sie die Wellnessangebote im H+ Hotel Limes Thermen Aalen genießen. So wärmen und entspannen Sie Ihre beanspruchten Muskeln.

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