Deftig und nahrhaft: der Serviettenknödel


Die Zutaten für einen Serviettenknödel lassen zunächst vermuten, dass es sich dabei um ein so genanntes „Arme-Leute-Essen“ handelt, bei dem das hart gewordene Brot aufgebraucht wurde. Dem ist jedoch nicht so. Der Serviettenknödel wurde einst ausschließlich zu festlichen Anlässen serviert.

Traditionsreiches Festmahl

Nicht nur in Thüringen und im oberfränkischen Raum ist er beliebt. Den Serviettenknödel kennt man auch in Böhmen, Österreich und sogar im norddeutschen Raum. Traditionell wird er als Beilage zu Schmorgerichten mit kräftigen Saucen wie Gulasch oder Sauerbraten gereicht. Derlei Speisen waren im 18. Jahrhundert dem wohlhabenden Bürgertum vorbehalten. Und selbst sie ließen es nur zu Festlichkeiten auftischen. So gab es dieses Festmahl an den hohen Feiertagen sowie zur Kirchweih oder zur Konfirmation. Im Thüringischen galten Serviettenknödel gar als Hochzeitsessen. Es war also etwas ganz Besonderes, denn es wurde ja schließlich nur einmal geheiratet.

Den Serviettenknödel garen und servieren

Während der Knödel in Böhmen nur im Wasser gegart wird, ist es in Thüringen, Bayern und Österreich üblich, ihn in Tücher einzuschlagen, bevor er ins Wasser gegeben wird. In Böhmen wird diese Vorgehensweise „Wiener Art“ genannt. Die verwendeten „Servietten“ (Tücher), von denen der Knödel seinen Namen hat, sollten aus Leinen und frei von Seifen- oder Waschmittelrückständen sein. Denn diese könnten den Geschmack beeinflussen. Besonders im süddeutschen Raum ist die Dampfgarung verbreitet. Der Knödel wird hier in einen Topfeinsatz gelegt und über dem kochenden Wasser durch den heißen Dampf gar gezogen.

Sobald der Knödel im Tuch gar ist, wird er aus dem Sud genommen. Nach einer Ruhezeit von etwa 10 Minuten wird er vorsichtig aus dem Tuch gewickelt und aufgeschnitten. Dazu kann ein Küchenmesser verwendet werden. In vielen Küchen wird jedoch die traditionelle Aufschnittmethode angewandt, bei welcher der Knödel mit einem Zwirnsfaden in etwa 1 cm dicke Scheiben geschnitten wird. Servieren Sie Ihren Knödel zu Rinderrouladen oder einem deftigen Wildgulasch. Und wenn Sie die Speckwürfel weglassen und den Serviettenknödel zu einem Pilzgericht mit Rahmsauce servieren, werden die Vegetarier unter Ihren Gästen begeistert sein.

Serviettenknödel Vorbereitung

Die vorbereitete Masse wird auf der Serviette ausgebreitet.

 

Knödel in Topf

Den Knödel in Wasser garen.

 

fertiger knödel

Das fertige Produkt!


Serviettenknödel

500 g Alte Brötchen
100 g Speck
2 kleine Zwiebeln
1 Bund Kräuter
6 Eier
400 ml Milch

Und so wird was draus:

  • Speck und Zwiebeln in feine Würfel schneiden und in einer Pfanne knusprig anbraten.
  • Die Kräuter fein hacken und mit dazu geben.
  • Das Brot am besten mit einem Sägemesser in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel füllen.
  • Milch erhitzen und kräftig mit Salz und Muskat abschmecken.
  • Nach dem Aufkochen, die Milch über die Brötchen gießen und 15 Minuten ziehen lassen.
  • Nun die Eier und die Speck-Zwiebelmasse dazugeben und das ganze gut durchmischen.
  • Saubere Küchenhandtücher anfeuchten und dünn mit etwas Butter bestreichen.
  • Masse darauf verteilen, einrollen, binden und in einem Topf mit leicht siedendem Wasser für ca. 20 Minuten garziehen.

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